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Pharma-Logistik: Mit innovativen Supply-Chain-Lösungen gegen den Kostendruck

Veröffentlicht in Pharma und Healthcare

  • BVLOptimierte Logistik-Prozesse senken Kosten in Krankenhäusern.
  • Logistik-Dienstleister implementieren neue GDP-Richtlinie.

Kostendruck, staatliche Regulierung und schnell wechselnde Kundenbedarfe gebieten in der pharmazeutischen Industrie eine hochflexible Produktion und Logistik zu wettbewerbsfähigen Kosten.

Um diese Herausforderungen zu meistern, stehen aktuell sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette und auch logistische Prozesse auf dem Prüfstand.

In der Fachsequenz Pharma und Healthcare des 30. Deutschen Logistik-Kongresses der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e. V. stellten Unternehmensvertreter Maßnahmen und Strategien vor, mit denen sie auf individuelle Erfordernisse reagieren.

Zentralisierte Beschaffungslogistik entlastet Krankenhäuser

Seit Jahren kämpfen Krankenhäuser mit erhöhtem Kostendruck. Aufgrund gesetzlicher Einschränkungen können viele Häuser ihre Kosten nicht refinanzieren, weder Personal- noch Sach- oder Investitionskosten. Das macht eine effiziente Reorganisation der Prozesse und Systeme im Krankenhaus notwendig. Die Veränderung logistischer Abläufe und die Auslagerung von Tätigkeiten spielen dabei eine besonders große Rolle.

Georg Rosenbaum vom MedicalOrderCenter (MOC), einem regionalen Dienstleistungszentrum, präsentierte eine Lösung zur Entlastung der Krankenhäuser: Das MOC übernimmt die Wiederbeschaffung sämtlicher Produkte aus dem medizinischen und allgemeinen Verwaltungs- und Wirtschaftsbedarf, die täglich im Krankenhausbetrieb verbraucht werden. Vom Einkauf über Beschaffungslogistik und Lagerhaltung bis hin zur Distribution steuert das MOC die Beschaffungsprozesse zentral. Der Beschaffungsaufwand für die Krankenhäuser sinkt enorm. Das Personal kann sich wieder auf seine medizinischpflegerischen Kernkompetenzen konzentrieren.

Pharma-Logistik stellt sich auf neue GDP-Richtlinie ein

In der Herstellung, Lagerung und Distribution von Arzneimitteln sind Produktsicherheit und -qualität von enormer Bedeutung. Mit der Überarbeitung der europäischen GDP-Richtlinie, kurz für Good Distribution Practice, wurden die Bestimmungen in diesem Jahr deutlich verschärft. Damit soll sichergestellt werden, dass die Qualität und Integrität von pharmazeutischen Produkten entlang der kompletten Wertschöpfungskette vom Hersteller über den Großhändler bis hin zum Kunden bestehen bleibt. Die GDP-Richtlinie stellt Logistikunternehmen vor große Herausforderungen: Mitarbeiter müssen geschult, Lager und Hubs aus- oder umgebaut und Prozesse an die neuen Anforderungen angepasst werden.

Jean-Marc Reynaerts, Vice President Business Development von Luxair, erläuterte, wie der führende Anbieter von Luftfracht-Handling die GDP-Richtlinien umsetzte: Das Unternehmen hat einen Bereich seiner Lagerhalle am Luxemburger Flughafen zum temperaturgesteuerten Pharma & Healthcare Center umgerüstet. Die Lagerkapazitäten für temperaturempfindliche Arzneimittel sind damit deutlich gestiegen. Durch modernste Überwachungsmethoden werden der Warenfluss innerhalb des Cargocenters stetig kontrolliert und Daten lückenlos erfasst. Eine hochspezialisierte und nach den neuesten GDP-Standards gezielt ausgebildete Belegschaft begleitet den gesamten Prozess. Extrem kurze Transitzeiten von der Abfertigungsrampe bis in den LKW und umgekehrt garantieren eine schnellstmögliche Verladung temperatursensibler Waren.

Automatische Bestellvorgänge durch RFID-Technologie

Innerhalb der Healthcare-Branche ist die Biotechnologie ein wichtiger und äußerst dynamischer Wachstumsmarkt. Hochkomplexe Produkte, enorme Innovationskraft, aber auch länderspezifische Produktvorschriften, hohe Nachfrageschwankungen, globale Beschaffungsmärkte und eine Vielzahl an hochspezialisierten Lieferanten prägen den Markt. Damit gehen besondere Anforderungen an ein erfolgreiches Supply Chain Management einher.

Jan Meesenburg, Head of Supply Chain Management bei Miltenyi Biotech, zeigte, wie sein Unternehmen der Dynamik des Marktes mit effizientem Supply Chain Management erfolgreich begegnet. Miltenyi Biotech hat eine integrierte Planung über alle Stufen der Supply Chain eingeführt: Beginnend bei der Absatzprognose im Vertrieb bis zur Beschaffung der Rohstoffe erfolgt die Planung aus einem Guss. Da für die Vielzahl an eingesetzten Fertigungstechnologien ein standardisierter Steuerungsprozess für alle Bereiche der Supply Chain nicht sinnvoll ist, wurden modulare Prozessbausteine entwickelt, die flexibel kombinierbar sind. Um zu gewährleisten, dass Labore und Kliniken ihre benötigten Produkte rechtzeitig erhalten, stellt ihnen Miltenyi Biotech einen intelligenten, mit RFID-Technologie ausgestatteten Kühlschrank zur Verfügung. Entnahmen werden in Echtzeit an das Unternehmen gesendet und Bestellvorgänge automatisch ausgelöst, sodass der Zielbestand beim Kunden schnellstmöglich wiederhergestellt wird. (Quelle: BVL)

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